Wie lese ich ein Weinetikett?

von Torsten Proschwitz

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Auf einem Weinetikett steht viel drauf. Wir erklären euch, was die Angaben bedeuten und was ihr daraus erfahrt.

Das deutsche Weinetikett – was steht drauf?

Die meisten Weine haben mittlerweile zwei Etiketten. Ein Vorder- und ein Rückenetikett. Das Rückenetikett hat man eingeführt, damit man dort alle rechtlich vorgeschriebenen Angaben angeben kann und ein nicht überladenes Vorderetikett gewinnt, welches als Werbefläche dienen kann. Alle vorgeschriebenen Angaben müssen sich im gleichen Sichtbereich befinden, ohne dass man die Flasche umdrehen muss. Hat man also nur ein Vorderetikett, müssen sich alle Angaben, wie in unserem Beispiel (siehe unten), den Platz teilen. Die Pflichtangaben müssen zudem deutlich lesbar sein. Das heißt sie dürfen nicht zu klein sein und die Zeichen müssen sich vom Hintergrund abheben.

Was muss auf das Weinetikett?

Die Pflichtangaben sind:

– Je nach Qualitätsstufe: “Deutscher Wein” oder “Wein aus Deutschland”, “Deutscher Landwein” oder “Landwein”, “Deutscher Qualitätswein” oder “Qualitätswein” oder “Qualitätswein b. A.”
– Bei Qualitätsweinen jeweils die Angabe des bestimmten Anbaugebietes bzw. bei Landwein das Landweingebiet, aus dem der Wein stammt
– Das Nennvolumen (Flascheninhalt) also z.B. 0,75L
– Der Name des Abfüllers sowie der Ort seines Hauptsitzes
– Der vorhandene Alkoholgehalt
– Die Loskennzeichnung – bei Qualitätsweinen ist dies die amtliche Prüfnummer
– Die Angabe allergener Stoffe – i.d.R. “enthält Sulfite” (ein Hinweis auf Schwefeldioxid im Wein, die Mengen sind für Nicht-Allergiker allerdings absolut unbedenklich)

Was darf auf das Weinetikett?

Unter bestimmten Voraussetzungen sind folgende Angaben zulässig:

– Eine oder mehrere Rebsorten (bei Angabe der Rebsorte müssen lediglich min. 85% dieser Rebsorte enthalten sein!)
– Jahrgang (nur zulässig, wenn das Lesegut zu min. 85% aus dem Jahrgang stammt!)
– Eine engere geographische Herkunftsangabe, also z.B. “Monzinger Frühlingsplätzchen” (auch hier gilt die 85%-Regel)
– Markenname
– Geschmacksangaben: “trocken”, “halbtrocken”, “lieblich” oder “süß”
– Auszeichnungen von Prämierungen, Gütezeichen etc.

Wie lese ich ein Weinetikett

Was ist die Gutsabfüllung / Erzeugerabfüllung?

Wenn man bei den Angaben auf dem Weinetikett auf kleine Details achtet, kann man noch mehr über den Wein erfahren. Steht auf dem Weinetikett die Bezeichnung “Gutsabfüllung” wie in unserem Beispiel, stammen die Trauben vom eigenen Weingut und wurden auch in diesem zu Wein bereitet. Gleiches gilt für die Erzeugerabfüllung. An die Bezeichnung Gutsabfüllung sind jedoch noch etwas mehr Voraussetzungen geknüpft. Steht dagegen nur “Abfüller” drauf (oft auch in Verbindung mit dem Begriff “Weinhaus XY”), so kann man davon ausgehen, dass es sich um zugekaufte Trauben handelt.

Deutscher Wein, Landwein, Qualitätswein?

In Deutschland gibt es eine dreigliedrige Qualitätspyramide. Dabei ist der Deutsche Wein die Basis, gefolgt vom Landwein, welcher aus einem bestimmten Landweingebiet stammt. Der Qualitätswein stellt die “Spitze” dar. Er wird im Sprachgebrauch meist mit QbA abgekürzt. Dies bedeutet Qualitätswein bestimmter Anbaugebiete. Qualitätsweine können zudem noch mit einem Prädikat versehen sein. Hier ist die Reihenfolge: Kabinett, Spätlese, Auslese, Beerenauslese und Trockenbeerenauslese. Die Reihenfolge wird vom Mostgewicht (also dem Zuckergehalt) bestimmt. “Eiswein” ist auch ein Prädikat, stellt aber eine Besonderheit dar.

Was sagt mir die AP-Nummer auf dem Weinetikett?

Die AP-Nummer (amtliche Prüfnummer) wird einem Qualitätswein vergeben, wenn er zu einer amtlichen Prüfung angestellt wird und diese besteht. Übrigens verbergen sich hinter der auf dem Weinetikett angegebenen A.P.-Nr. informative Angaben. Geht man von unserem Beispiel 7 748 062 8 12 aus, so kennzeichnet die erste Nummer die Prüfstelle. Die nächsten drei Zahlen 748 stehen für die Gemeinde des Abfüllers. Darauf folgt die Betriebsnummer des Abfüllers: 062. Die nächsten beiden Zahlen kennzeichnen die Füllung des Betriebes als laufende Nummer. Aus den letzten beiden Ziffern wird das Jahr der Weinabfüllung ersichtlich. 12 steht also für das Jahr 2012. Gerade die letzten beiden Zahlen gilt es zu beachten, um herauszufinden wie lange ein Wein bereits auf der Flasche ist.

Wir hoffen euch etwas weitergeholfen zu haben mit der Frage “Wie lese ich ein Weinetikett?“. Für das nächste Mal vorm Regal seid ihr jetzt gewappnet.

Über Torsten Proschwitz

Während seiner Ausbildung zum Restaurantfachmann und als Weinkellner entdeckte Torsten seine Leidenschaft zum Wein. Anschließend führte ihn die Weinleidenschaft nach Geisenheim, wo er an der rennomierten Hochschule für ...

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