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Die fünf verrücktesten Weinfehler und wie man sie erkennt

von Ina-Johanna Becker

Rubrik: ,

Weinfehler

Was hat die Katze denn mit einem Weinfehler zu tun?

Wein setzt sich aus vielen Aromen zusammen und diese können von floralen bis hin zu animalischen Eindrücke reichen und manchmal auch auf einen Weinfehler hinweisen. Aus circa 800 Aromen setzt der Wein sich zusammen und dabei wirken die unterschiedlichsten Substanzklassen mit. Doch welche Aromen mein Gegenüber vielleicht auch beim Wein schlürfen bemerken mag, man muss nicht zwangsläufig dieselben Aromen wahrnehmen. Wein mit samt seinen sensorischen Eindrücken, ist eine sehr subjektive Angelegenheit. Besonders lustig wird es aber wenn der „Weinkenner“ mit Eindrücken um sich schmeißt, die mehr an einen Zoo oder eine Tankstelle erinnern. Wir von YouWine haben die witzigsten Weinfehler für euch zusammen getragen und auch etwas ausführlicher erklärt.

Pferdeschweiß

Zum Glück ist davon nichts im Wein enthalten. Wer aber schon einmal ein geschwitztes Pferd abgesattelt hat, wird diesen Duft sofort wieder erkennen. Oft wird er auch „Satteldecken-Ton“ oder „Brett-Ton“ genannt und tritt (kann, muss aber nicht) nur bei Rotweinen auf, die im Holzfass ausgebaut werden. Der Ausdruck „Brett-Ton“ ist seinen Verursachern zuzuschreiben. Es sind die sogenannten Brettanomyces-Hefen, welche die Gerbstoffe des Weines verarbeiten.

Pferdeschweiß – Weinfehler oder Qualitätsmerkmal?

Was an den deutschen Hochschulen für Weinbau und Kellerwirtschaft noch deutlich als Weinfehler deklariert wird, ist immer öfters bei internationalen Produktprofilen anzutreffen. Gerade bei internationalen oder französischen Rotweinen wird dieses Aroma sogar betont. So werden Holzfässer teilweise gezielt mit Brettanomyces Hefen beimpft. Ob Qualitätsmerkmal oder Ablehnungsgrund ist eine Frage, die unter dem Gesichtspunkt des Weintyps, der Intensität des Brett-Tons und der persönlichen Vorliebe beantwortet werden muss. So werden diese Weine meist mit dem Ausdruck „animalisch“ umschrieben.

Katzenpisse

Ja ganz richtig – Katzenpisse! Sehr unschön, aber vor allem wird dieser sensorische Ausdruck den Rebsorten Sauvignon Blanc und Scheurebe nachgesagt. Weniger als Weinfehler zu sehen, ist es mehr die chemische Struktur der Aromen die sehr typisch für diese Rebsorten sind. Diese sind weder schädlich, noch als Weinfehler zu betrachten.

Petrolton

Erinnert in der Nase an Benzin, Kerosin oder an trockene Aprikosen. Dabei ist der Petrolton bei gereiften Rieslingen oder Traminern ein sehr sortentypischer Alterungston und wird keinesfalls als Fehlaroma gehandelt. Im Fall von jüngeren Weinen ist er aber eher unerwünscht. Hervorgerufen wird der benzinartige Eindruck durch übermäßige Sonneneinstrahlung auf die Trauben im Weinberg. In der Weinchemie begegnet Ihr dem Petrolton unter dem Namen 1,1,6-Trimethyldihydro-naphtalin kurz TDN. Keine Angst, dass muss sich aber niemand hier merken 😉 Das TDN ist ganz einfach ein Abbauprodukt von Carotinoiden, also Farbstoffen die in den sehr reifen Beeren enthalten sind.

 

Mäuseln

Nein hier sind nicht die Mäuse im Wein baden gegangen. Das Mäuseln umschreibt eher den muffigen, dumpfen Ton der an Mäuse und

Weinfehler erkennen

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deren Nachlass erinnert. Am Gaumen wirkt er langanhaltend und kratzig. Falls ihr aber noch kein Mäuseurin auf der Zunge hattet, ist es auch nicht weiter tragisch wenn ihr diesen Weinfehler nicht sofort erkennt 😀 Wirkt der Wein aber oxidativ oder gar essigstichig, stimmt definitiv etwas nicht damit.

Doch wie kommt die Maus in den Wein?

Die Mikroorganismen wie Milchsäurebakterien, Essigsäurebakterien, Buttersäurebakterien oder auch Hefen können den Wein verderben. Sie wandeln dabei Enzyme und Alkohole in einen Fehlton um. Mikroorganismen übernehmen aber bei der Weinbereitung eine zentrale Rolle. Sie können aber auch zu unerwünschten Veränderungen des Weines führen. Solche Weine können ungenießbar werden und ihre Verkehrsfähigkeit verlieren. Deshalb ist es für den Winzer eine enorm wichtig Aufgabe den Weinkeller im vollsten Umfang rein zu halten.

Faule Eier

Ein sehr unerwünschter Weinfehler der von Winzern auch Böckser genannt wird. Die Erscheinungsformen des Böcksers umfassenWeinfehler erkennen ein sehr breites Spektrum. Die klassische Böckserausprägung erinnert an den Geruch von fauligen Eiern, der durch Schwefelwasserstoff hervorgerufen wird. Die subtileren Formen, wie der sogenannte Lagerböckser weist Aromenprofile auf, die an gekochten Kohl, grünen Spargel, Zwiebel, Knoblauch oder verbrannten Gummi erinnern. Die Entstehung hat immer einen Zusammenhang mit Schwefel. Doch da hilft alles nichts, der Wein ist nur noch für den Ausguss geeignet – also weg damit!

 

Foto v.o.n.u: Titelbild-pitrs,jonnysek / photodune

Über Ina-Johanna Becker

Die besondere Nähe zur Produktion von Wein im elterlichen Weingut und die sehr versierte Orientierung zu einer wirtschaftlichen Ausbildung legten den Grundstock für YouWine.

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